Auf unsrer Wiese gehet was

MELODIE

 

Auf unsrer Wiese gehet was,
Watet durch die Sümpfe,
Es hat ein weißes Röcklein an,
Trägt auch rote Strümpfe,
Fängt die Frösche, schwapp, wapp, wapp,
Klappert lustig, klapperdiklapp!
Wer kann es erraten?

Ihr denkt, es ist Herr Klapperstorch,
Watet durch die Sümpfe;
Er hat ein weißes Röcklein an,
Trägt auch rote Strümpfe,
Fängt die Frösche, schwapp, wapp, wapp,
Klappert lustig, klapperdiklapp,
Nein - es ist Frau Störchin.

 

Und hier noch zwei kleine Geschichten, passend zum Lied.

Der Storch und der Frosch

Ein Storch stakte suchend durch das feuchte Gras auf einen alten Tümpel zu. Er erspähte einen Frosch, welcher gerade nach einer Mücke schnappte. Geschwind schnellte der Storch seinen Kopf vor und packte den Frosch fest mit seinem Schnabel.
"Was fällt dir ein?" quakte dieser entrüstet. "Ich habe dir doch gar nichts getan. Warum willst du mich umbringen! Laß mich los!"
"Du hast recht", antwortete der Storch ruhig, "du hast mich weder beleidigt, noch mir irgendein Leid zugefügt. Trotzdem werde ich dich verschlingen."
"Das ist ungerecht!" zeterte der Frosch. "Hilfe! Erbarmen! Verschone mich! Du gibst doch zu, daß ich unschuldig bin. Bitte, laß mich laufen."
"Und die Mücke, die du gerade verschluckt hast, als ich kam, was hat sie dir denn getan? Warum hast du sie nicht verschont?"
Verblüfft glotzte der Frosch in die Wolken; damit hatte er nicht gerechnet. Die Rede des Storchs hatte ihm die Sprache verschlagen; er konnte sie nicht widerlegen. Es fiel ihm auch keine Ausrede zu seiner Verteidigung ein.
"Siehst du, du schweigst! Also plärr nicht länger, ich habe Hunger, und du sollst ihn mir vertreiben." Mit diesen Worten verschlang der Storch den Frosch. "Das ist der Lauf der Welt", brummte er beim Weiterschreiten und fing sich eine Heuschrecke. "Der eine lebt auf Kosten des anderen, der Größere frißt den Kleineren auf, wer nicht stark genug ist, sich zu wehren, soll sich auch nicht mucksen."

Der Habicht und der Storch

Ein Habicht schoß auf eine Lerche herab und ergriff sie mit seinen tödlichen Krallen. Er wollte sie rupfen, da störte ihn ein Storch, der die Jagd mitangesehen hatte.
"Die arme, kleine Lerche!" seufzte er vorwurfsvoll. "Eben hat mich ihr lieblicher Gesang noch erfreut."
"Spare dir dein Mitleid", meinte der Habicht schroff, "der Frosch, den du gerade verspeist hast, quakte vorhin auch noch so fröhlich.

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